Gute Notfallvorsorgeauch mit Beeinträchtigung

Wenn plötzlich der Strom weg ist, das Wasser ausfällt oder eine andere Notsituation eintritt, hilft es, wichtige Dinge griffbereit zu haben. Besonders wichtig ist das, wenn du im Alltag Hilfsmittel oder Unterstützung brauchst. Jede Person hat andere Bedürfnisse. Überlege deshalb vorher: Was brauche ich, wenn ich schnell meine Wohnung verlassen muss oder der Strom ausfällt? Ein bisschen Vorbereitung hilft dir und den Menschen, die dich unterstützen.

1. Infos festhalten

Fülle einen Notfallausweis aus. Je nach Ausweis können dort wichtige Gesundheitsinformationen stehen, zum Beispiel Diagnosen, Allergien, Blutgruppe und die Kontaktdaten deiner behandelnden Ärzt:innen. Du kannst auch angeben, welche Art der Kommunikation du verwendest. So erhalten Einsatzkräfte im Ernstfall wichtige Informationen.

Schreibe außerdem die Telefonnummern von Menschen auf, die dir im Notfall helfen können. Eine gedruckte Liste funktioniert auch, wenn dein Handy keinen Akku mehr hat oder nicht funktioniert.

2. Medikamente

Halte regelmäßig benötigte Medikamente in ausreichender Menge griffbereit. Notiere, welches Medikament wann und wie eingenommen wird. Das ist besonders wichtig, wenn dir im Notfall eine andere Person bei der Einnahme helfen muss.

3. Hilfsmittel

Lege alle Hilfsmittel, die du täglich brauchst, an einen festen und gut erreichbaren Platz. Dazu gehören zum Beispiel Brille, Hörgerät, Gehhilfe oder Rollator. So findest du sie im Notfall schnell.

4. Strom sichern

Viele Hilfsmittel brauchen Strom oder Batterien. Halte passende Ersatzbatterien, Ladekabel und eine geladene Powerbank bereit. Prüfe vorher, welche deiner Hilfsmittel damit geladen oder betrieben werden können. Lade die Powerbank regelmäßig auf, damit sie im Ernstfall einsatzbereit ist. Für manche elektrischen Hilfsmittel können besondere Lösungen nötig sein.

5. Tiere einplanen

Plane auch Haustiere und Assistenzhunde ein. Mehr dazu findest du auf der Seite „Vorsorge für Haustiere und Assistenzhunde“.

6. Notrufmöglichkeiten vorbereiten

Die nora Notruf-App ist die offizielle Notruf-App der Bundesländer. Lade sie im Rahmen deiner Vorsorge herunter und richte sie ein. Mit ihr kannst du Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst über dein Handy erreichen – auch ohne zu sprechen.

Die App ist besonders hilfreich für Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt telefonieren können, zum Beispiel wegen einer Hör- oder Sprachbeeinträchtigung oder wegen geringer Deutschkenntnisse.

Die App ermöglicht:

  • einen Notruf, ohne zu sprechen,
  • die Übermittlung des Standorts an die Leitstelle,
  • die Kommunikation mit der Leitstelle über einen Chat,
  • einen stillen Notruf in bedrohlichen Situationen.

nora kann in ganz Deutschland genutzt werden, benötigt allerdings eine Verbindung zum Internet, entweder über ein WLAN oder eine Mobilfunkverbindung. Ein Stromausfall kann dazu führen, dass beides ausfällt. Dann kann die App keinen Notruf übermitteln. 

7. Sicherheit erhöhen

Informiere dich, welche technische Unterstützung dir mit deiner Beeinträchtigung im Notfall helfen und für mehr Sicherheit sorgen kann. Für Menschen mit Höreinschränkungen gibt es beispielsweise Rauchmelder mit Vibrations- und Lichtalarm.

8. Verlassen des Zuhauses planen

  • Prüfe: Kennst du die Fluchtwege aus deinem Haus oder deiner Wohnung?
  • Wenn du sie nicht allein nutzen kannst: Wer kann dir helfen? Sprich vorher mit dieser Person darüber.

Unsere Checklisten helfen dir dabei, wichtige Informationen und Hilfsmittel für den Notfall zusammenzustellen. So kannst du Schritt für Schritt vorsorgen – passend zu deinem Alltag und deinen Bedürfnissen.

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